Teamsupervision – mit oder ohne Leitung?
Teamsupervision kann auf unterschiedliche Weise stattfinden, mal ohne, mal mit der Teamleitung. Beide Varianten können sinnvoll sein, je nachdem, worum es geht. In meiner Arbeit als systemische Supervisorin in Essen erlebe ich immer wieder, dass es wichtig ist, die passende Form zu wählen. Denn die Entscheidung darüber beeinflusst, wie offen gesprochen werden kann, welche Themen bearbeitet werden und ob nachhaltige Lösungen entstehen.
Wann Teamsupervision ohne Leitung sinnvoll ist.
In vielen Teams gibt es den Wunsch nach Supervision ohne Leitung. Ein klassisches Beispiel sind regelmäßige Fallsupervisionen in Teams der Erziehungshilfe oder der Eingliederungshilfe. Hier geht es darum, offen über die eigene Arbeit zu sprechen – auch über Unsicherheiten, persönliche Grenzen oder schwierige Entscheidungen. Ohne die Leitung im Raum fällt es vielen leichter, Persönliches preiszugeben und ehrlich zu reflektieren. Das schafft Vertrauen im Team und entlastet. Die Teammitglieder können sich so persönlich und fachlich weiterentwickeln.
Wann die Teamleitung dabei sein sollte.
Es gibt aber auch Themen, bei denen die Teilnahme der Leitung nicht nur sinnvoll, sondern fast unverzichtbar ist. Das ist immer dann der Fall, wenn es um die Rahmenbedingungen der Arbeit, um Teamentwicklung oder um Konflikte geht, die das ganze System betreffen.
Ein Beispiel aus meiner Praxis: Ein Team klagte über eine zu große Arbeitsbelastung. Die Folgen waren Unzufriedenheit, hoher Krankenstand, ein schlechtes Arbeitsklima und Vertrauensverlust gegenüber der Leitung und schließlich zu zwei Fronten, Team und Leitung. In der Supervision ohne Leitung arbeitete das Team daran, wie es seine Anliegen besser mit der Leitung kommunizieren könnte und was es selbst für sich tun könnte. Das half, das gegenseitige Verständnis zu verbessern, brachte einige Teillösungen und eine bessere Selbstfürsorge, aber es stieß auch an Grenzen. Denn wenn die Leitung nicht dabei ist, können gemeinsame Lösungen nur begrenzt erarbeitet werden.
Gut ist es, wenn die Leitung von vorneherein Teil der Supervision sein kann. Dann lassen sich strukturelle Themen direkt angehen und nachhaltige Veränderungen anstoßen. Team und Leitung wachsen mehr zusammen und kooperieren besser. Schwieriger ist es oft, wenn die Leitung nur zu einzelnen Sitzungen dazukommt. Das kann zwar in Einzelfällen das gegenseitige Verständnis fördern, aber oft bleibt es bei Teillösungen.
Was passt zu Ihrem Team?
Die Entscheidung, mit oder ohne Leitung, hängt also davon ab, worum es gehen soll:
- Fallsupervision, Reflexion der eigenen Arbeit, offener Austausch im Team? Dann ist Supervision ohne Leitung oft eine gute Wahl.
- Teamentwicklung, Konflikte, Rahmenbedingungen oder strukturelle Themen? Hier gehört die Leitung eher dazu – sonst fehlt ein wichtiger Teil des Systems.
Am Ende kommt es darauf an, was für Ihr Team und Ihre Ziele am besten passt. Bei Fragen zur passenden Form der Teamsupervision für Ihr Team können Sie mich gerne kontaktieren.
